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Peene: Fluss-Floß-Kanu-Abenteuer und Geheimtipp vor den Toren Berlins

Kanu Paddeln Kajak auf der Peene (nahe Berlin)

Abenteuerurlaub in Europa? In Deutschland? Vor den Toren Berlin? Unterwegs auf dem Floß, Kanu/Kajak und Rad. Seltene Tiere wie Biber, Adler, Seeotter oder Komorane treffen. Übernachten im Luxuhotel und auf dem Wasser und das alles an einem langen Wochenende. Wo das geht? An der Peene (in Mecklenburg-Vorpommern). Kommt mit auf die Reise!

Weil wir auch manchmal arbeiten und hier und da Verpflichtungen haben, konnten wir Berlin nicht immer für längere Zeit hinter uns lassen. Deshalb haben wir das Beste daraus gemacht und jeden freien Tag genutzt. Und weil Mai in Deutschland der Monat der langen Wochenenden ist, hatten wir 4 ganze Tage zum Reisen.

Wir kennen die Seen nördlich von Berlin recht gut und haben deshalb entschieden, diesmal etwas weiter zu fahren, durch Brandenburg hindurch und über die Landesgrenze bis nach Mecklenburg-Vorpommern. Dort gibt es das lange Tal des Flusses Peene. Niemand unserer Freunde war bisher dort – ist also ein echter Geheimtipp. Lonely Planet weiß nichts über eine Reise auf der Peene zu berichten und auch die Informationen im Netz sind spärlich – das klingt doch mal nach einem Abenteuer und einem vielversprechenden Zeichen für uns.

Auf dem Weg fahren wir durch blühende Rapsfelder – ihr saftiges Gelb trifft einen strahlend blauer Himmel, wärmende Frühsommersonnenstrahlen und es bläst uns ein frischer, klarer Wind ins Gesicht. Frag nicht wie oft wir angehalten haben ;) Der erste richtige Halt war aber dort wo die Peene ihren Ursprung hat: am Kummerower See. Der erste frische Fisch im Restaurant. Die ersten Windungen des Flusses und das Glitzern des Wassers.

Wir entschieden uns die Nacht in einem wunderschönen, altem Gutshaus aus dem Jahr 1850 zu verbringen. Das Gutshaus Stolpe, die war die Residenz eines Gutsherren, ist gleich neben den Ruinen des ältesten Klosters Pommerns (im Jahre 1153 gegründet). Spazieren gehen bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang mit tausend Vogelstimmen, die alten Mauern berühren und ein wenig der Geschichte des Orten lauschen.

Heutzutage ist das Gutshaus Ort ein sehr gutes Hotel, mit einem Sterne-Restaurant und ambitionierten Köchen aus Berlin. Leute kommen hierher zu Hochzeiten, Wellness-Wochenenden oder einfach nur zum Ausspannen – denn eines gibt es in Stople noch: eine urgemütliche, ruhige Dorfatmosphäre, Menschen die jeden Passenten grüßen auf der holprig gepflasterten Straße, einen Fährmann, der den ganzen Tag wartet, um über die Peene zu setzen (seit ein paar Jahren muss er das Schiff nicht mehr per Hand über den Fluss kurbeln) gleich neben dem ältesten Restaurant an der Peene.

In diesem Wirtshaus, den mehr als 350-Jahre alten „Stolper Fährkrug“, trifft man auf freundliche Einheimische und es gibt einen fantastischen Holunderblütensaft (oder Wein!) und lokale Küche.

Nach der Nacht im Gutshaus wollten wir die nächste wieder etwas einfacher verbringen: einem kleinen Holzfloß. Schon mal gemacht? Wir bis dato auch nicht, also war es an der Zeit es auszuprobieren! In Loitz haben wir ein Floß gemietet, ein ganz komfortables – mit kleiner Hütte drauf, Türen und einem Kocher. Was für ein tolles Gefühl sanft über die Peene zu gleiten und alles von der Wasserperspektivea aus zu beobachten!

Und es gibt kaum Straßen, die über die Peene führen, weil es die größte zusammenhängende Moorlandschaft Europas und ein riesiges Naturschutzgebiet ist. Das Boot (oder Floß) ist der perfekte Weg es von „innen“ zu betrachten. Wir hatten unsere Matratzen und Schlafsäcke dabei, eine Box mit Essen, ein paar Bücher und die Kameras. Während einer von uns das Floß steuerte, saß der Andere mit den Mädchen am Bug und beobachtet … die Biber. Hier und dort, unseren Weg durchkreuzend oder neben dem Floß schwimmend. Wie aufregend!

Wir hatten auch ein Kajak dabei, um in die kleineren Flussarme zu gelangen, die ganz ruhig waren. Wir hatten nur nicht so viel Glück mit dem Wetter, mussten die kurzen Sonnenmomente jagen und nachts etwas frieren auf dem Floß (wir haben uns eng aneinander gekuschelt!).

Unterwegs mit dem Kajak konnten wir nicht nur mehr entdecken und ein kleinere Flussarme entdecken, sondern auch … weniger bezahlen! Während wir paddelten kamen wir an einem Tor im Wasser vorbei – ein eingang wie zu einer Burg nur von dem Wasser aus – und fanden uns im Demminer Hanseviertel, einem extrem netten Regionalmuseumsdorf, wieder. Dort kann man viel lernen (über Vögel, Häuser, und das bäuerliche Leben von früher). Kinder können mit Sachen aus Ton spielen oder lernen wie man einen Korb flechtet. Und die warme Suppe schmeckt an kühlen Tagen auf dem Wasser fantastisch!

Es gibt zwei Museumseingänge, einen von der Straßenseite der Stadt und einen – wo man viel weniger bezahlt – von der Wasserseite, die man nur mit dem einem Kanu oder Kajak erreichen kann. Viele Leute sind unterwegs auf Paddeltour mit Freunden oder ihrer Familie.

Am nächsten Tag wollten wir noch die Peene vom Ufer aus sehen. Also haben wir uns in Anklam Fahrräder gemietet und sind (wo immer es möglich war) am Fluss entlang geradelt. Wir sind tief ins Moor gefahren, und sind hoch auf die Jäger-Hochstände gestiegen, um die Vögel und Tiere zu beobachten.

Zum Beispiel Kormorane! Wir hatten Glück und haben gesehen wie sie ihre Kleinen gefüttert haben! Wir haben auch einige leer Eierschalen gefunden, eines der vielen Rätsel: – Mama, welcher Vogel hat in dieser Schale gewohnt? – Papa, wie viele Babies kann ein Storch haben? – Mama, wann schläft die Goldamsel? – Papa, findest du Kraniche oder Graureiher besser? // Oh, wie viele Dinge arme Eltern wissen müssen! ;)

Auf der Rückfahrt flog noch ein riesiger Adler genau über unseren Köpfen hinweg! Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass man nur zwei Stunden außerhalb Berlins diese Art von Abenteuerurlaub machen kann! Nicht in Tonga, sondern … in Deutschland ;) Fazit: Sehr empfehlenswert und ein wunderschöner Kajak-Kanu-Floß-Familein-Wochenend-Trip vor den Toren Berlins. Jetzt seid Ihr dran!

Habt Ihr noch nette Tipps für Kurztrips um Berlin (Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern) herum? Immer her damit! Wir werden es ausprobieren.

This post is also available in: Englisch


Unser erstes Buch ist fertig!

Wir haben unser erstes, eigenes, richtiges Buch herausgegeben – vorerst leider nur auf Polnisch. Mehr zum Buch hier »

2 Comments

  • Posted August 1, 2016 at 12:21 | Permalink

    Hallo Thomas und Hania,

    wir haben Eure Reisen mit Begeisterung verfolgt. Toll !

    Alles Gute von
    Angélica, Manfred, Manu u. Georg und nicht zuletzt von Lara.

    Reply

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