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Die besten Benzinkocher und Campingkocher im Reisetest

Test: Benzinkocher, Campingkocher

Seit Jahren reisen wir mit Benzinkochern um die Welt. Jetzt haben wir die Campingkocher MSR WhisperLite, Optimus Polaris und Primus Omni Fuel drei Wochen lang auf Herz und Nieren getestet.

Inhalte

  1. Warum einen Benzin- oder Mehrstoffkocher?
  2. Test: MSR – WhisperLite International (und Universal)
  3. Test: Optimus Polaris Optifuel
  4. Test: Primus OmniFuel
  5. Daten und Fazit

Warum einen Mehrstoff- oder Benzinkocher kaufen?

Mehrstoffkocher sind der Weltreisestecker für Outdoor-Menschen. Wer wirklich für lange Zeit autark unterwegs sein und unterwegs sein Essen selber kochen will, kommt an einem eigenen Campingkocher nicht vorbei. Die hundert-zweihundert Euro für einen guten Campingkocher hat man schnell wieder gespart. Restaurants, Hostels und Ferienwohnungen sind einfach viel teurer als selber Kochen und im Auto oder Zelt schlafen. Kocht man selber, reist man preiswert und flexibel. Doch selbst auf kleinen Wochenendtrips in der Natur sind Campingkocher ein Muss.

Wir kauften unseren ersten Benzinkocher (von MSR) vor der Zentralamerika-Reise, weil uns klar wurde, dass man mit Gas- oder Spirituskochern nicht um die Welt reisen kann – das eine oder andere gibt es hier und da schwer zu kaufen. In manchen Ländern kippt man den Spiritus lieber in den Kopf und nicht in den Kocher (was ihn ungleich wertvoller und damit teuer macht). Gasflaschen wiederum sind eine sehr spezielle, eigenbrötlerische Gattung – in jedem Land gewinden sie sich anders. Gasflaschenproduzenten sind waschechte Nationalisten. Steckerhersteller sind nichts dagegen!

Hunderte Mahlzeiten haben wir seit dieser Einsicht auf dem kleinen amerikanischen MSR Whisperlite gekocht: im Kaukasus, auf Pazifikinseln und in der Karibik, an Waldseen und im Dschungel. Was wurde er bestaunt von den Ureinwohnern dieser Welt: „Darf ich mal anfassen?“, „Wie lange reicht so einen Flasche?“, „Darf ich ein Foto mit Ihrem Kocher machen?“

Achtung: Benzin- und Gaskocher und Flugzeuge

Gaskocher haben auf Flugreisen den Nachteil, dass man die Gaskartuschen nicht mit ins Flugzeug nehmen kann. In den meisten Ländern die wir besuchten, kann man zudem keine passenden Kartuschen kaufen. Benzin aber, Benzin kann man wirklich überall einfach besorgen. Es ist der Stoff der die Welt in Bewegung hält – und eben auch Benzinkocher. Deswegen bin ich der Meinung, dass ein Benzinkocher eigentlich ausreicht. Man muss allerdings vorm Fliegen auch seine Benzinflasche richtig gut auswaschen, damit sie nicht nach Benzin riecht. Wir haben unsere zudem bunt angemalt (so sieht mann die Gefahrensymbole nicht) und nehmen Sie immer ins Handgepäck als „Wasserflasche“. Einmal hat uns die Flugsicherheit in Neuseeland die Flasche aus dem Gepäck genommen, was uns die nächsten Wochen in Tonga gründlich erschwert und verteuert hat.

Die Option auch Gas verbrennen zu können macht eigentlich nur auf kurzen Touren Sinn. Der Vorteil von Gas ist, dass es sofort brennt, dass kein Vorheizen wie bei Benzin notwendig und dass es nicht stinkt und giftig ist. Doch ehrlich gesagt bin ich zu faul immer in den Outdoormarkt zu gehen um Kartuschen zu kaufen. Die nächste Tanke ist im Zweifelsfalle immer näher und immer offen. Doch wer es sauber und einfach mag, kauft fleißig Gaskartuschen.

Unser Test

Die drei Hersteller MSR, Optimus und Primus haben uns ihre neuesten Mulitfuel-Campingkocher zum Testen zur Verfügung gestellt. Wir testeten die drei Kocher auf einer dreiwöchigen Schottlandreise und auf kleineren Outdoor-Trips in Deutschland. Es bringt nichts, solche Kocher in der Garage zu testen – man muss sie mehrfach benutzen und unter realen Bedingungen ausprobieren. Los geht’s….

Test: MSR – WhisperLite International Benzin (und Universal + Gas)

Benzinkocher: MSR WhisperLite
Der MSR WhisperLite: Extrem leicht, leise, große Flamme, aber nicht so windgeschützt

Der MSR WhisperLite und ich sind zusammen auf Reisen groß geworden und ich kenne inzwischen wohl alle seine Vorzüge und Macken. Mit ihm verhält es sich für mich ein wenig wie mit einem Kind – man wächst gemeinsam, lernt sich kennen. Er wird älter, reifer, ich werde umgänglicher, manchmal auch geduldiger. So sind wir inzwischen ein unzertrennliches Team, wenngleich ich ihn schon manches Mal (als er noch jung war) verfluchte, weil er nicht anspringen wollte, obwohl ich ihn zerlegt und wieder zusammengesetzt habe.

„Was soll man denn noch tun??? Meine Kinder haben Hunger! Hunger – verstehst Du?“ Er stellt sich stur. – „Haben wir noch Brot irgendwo?“

Mein treuer Gefährte war sehr eifersüchtig, als diese jungen, schönen, neuen Kocher bei uns eintrudelten und ich sie gespannt auspackte. Der MSR Benzinkocher besticht nämlich vor allem durch seine Einfachheit. Er sieht noch so aus als ob ein echter Mensch in einer echten Werkstatt ihn zusammenzimmert, biegt und schleift bis er passt. Der MSR will keinen Designpreis gewinnen wie der Optimus Polaris, er will nur funktionieren.

Bisher hatte ich immer den Benzinkocher WhisperLite Basic. Zum Testen bekam ich den von MSR den WhisperLite International (Benzin). Dieser ist besser, weil er einen deutlich besseren Stand hat und ist leichter zerlegbar ist. Seit 2016 gibt es auch noch den WhisperLite Universal der auch noch Gas verbrennen kann, aber – bis auf den Gasanschluss (+ 120g) – baugleich zu sein scheint.

Für mich besticht der MSR WhisperLite vor allem durch vier Punkte:

1: Sein geringes Gewicht. Mit 428 Gramm Reisegewicht (ohne Flasche) kommt ist er in der Nur-Benzin-Variante nur ungefähr halb so schwer wie die Konkurrenz. Kauft man sich den neuen MSR WhisperLite Universal der auch mit Gas umgehen kann, so sind es trotzdem nur gut 120 Gramm mehr.
2: Sein bestechend einfacher und nachvollziehbarer Aufbau („So mein Kind funktioniert ein Benzinkocher ….“). Der Nachteil dieser offenen, einfachen Bauweise ist, dass man immer den Ruß an den Fingern hat, der bei den anderen Benzinkochern im Gehäuse verborgen bleibt.
3: sein wohlig säuselndes, flüsterleises Betriebsgeräusch.
4: Man kann die Düse durch einfaches Schütteln reinigen und muss den Kocher dazu nicht auseinander bauen. Benzinkocher und vor allem die Düsen neigen durch die Rußbildung beim Vorheizen zum verstopfen. Das Reinigen der Düse hilft meist schon weiter, wenn der Kocher nicht richtig anspringen will. Das man jetzt einfach nur schütteln kann und nicht waren muss bis sich alles abgekühlt hat und man mit Basteln beginnen kann, ist ungefähr so genial, als könnte man sein Smartphone durch Tragen in der Hosentasche wieder aufladen.

Ein bisschen Ärger hatten wir einmal in Neuseeland, als die Pumpe (leider alles Plastik!) nicht mehr funktionieren wollte. Es scheint, als muss man die Verschleißteile wie Dichtungsgummis jährlich austauschen. Dazu gibt es von MRS das Annual-Repair-Kit. Die Luxusvariante davon heißt Expeditions-Kit (auf großen Reisen empfehlenswert). Nichts ist schlimmer als ein kaputter Kocher.

Es macht auch Sinn einmal am Anfang zu schauen, welche Düse die Richtige ist. Bei mir hat es Monate gedauert bis ich überhaupt bemerkt habe, dass die zwei scheinbar identischen Düsen für verschiedene Brennstoffe gedacht waren. Bei dem Primus OmniFuel ist das unübersehbar im Gehäuse eingraviert.

Auch wenn ich in Schottland zwei nagelneue Kocher dabei hatte, mein alter Bekannter MSR WhisperLite hat mich, anders als die anderen Testkandidaten, nicht ein einziges Mal im Stich gelassen. Ich war froh ihn dabei zu haben. Wir hatten unsere Kämpfe ein paar Jahre früher. Benzinkocher müssen scheinbar reifen.

Ich finde, MSR könnte sich 2016 mal der Pumpe annehmen und dort ein robustere Version aus Metall anbieten. Auch ist schade, dass man die Brennstoffleitung nicht wie bei der Konkurrenz durch drehen der Flasche leeren und so den Druck ablassen kann. So hat man beim Druck ablassen mit der MSR-Pumpe eigentlich immer stinkendes Benzin an den Fingern oder – wenn man den Druck nicht ablässt – über nacht im Zelt, Rucksack oder Auto den giftigen Benzingeruch. Primus und Optimus beweisen, dass dies möglich ist. Schade ist auch, dass die Flamme nicht regulierbar ist. Doch trotzdem mag ich den MRS irgendwie.

Mit einem Preis von ca. 110 Euro (bei Globetrotter.de) ist der MRS International zudem mit 110 Euro mit Abstand der preiswerteste Kocher. Für den Universal (kann auch mit Gas umgehen) zahlt man ca. 150 Euro (bei Globetrotter.de) und damit so viel wie für den Optimus Polaris.

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Test: Optimus Polaris Optifuel (Gas- und Benzinkocher)

Optimus Polaris Optifuel – Benzinkocher, Gaskocher, Multifuelkocher, Campingkocher im Test
Optimus Polaris Optifuel im Benzinbetrieb: Sehr laut und unzuverlässig

Der Optimus Polaris Omnifuel fühlt sich beim ersten Auspacken wirklich hochwertig an: das edle Schwarz mit grünen Ventilen, die Verarbeitung wirkt perfekt: kein Gramm Plastik wurde verbaut, die Ventile laufen sauber, sind griffig und klar beschriftet, das Verschrauben mit des Kochers mit der Flasche geht dank zweier Stellschrauben an der Pumpe ohne das Benzin umherspritzt und der Platz den Kocher und Pumpe wegnehmen ist minimal. Alles, selbst der Packsack ist stabil und scheint auf Langlebigkeit gebaut zu sein. Leider lässt sich die hübsche Benzin-Pumpe nicht so einfach in die Flasche bugsieren wie bei den anderen Outdoor-Kochern.

Der Kocher läuft mit Benzin, Diesel, Kerosin und Gas und – anders als bei allen Konkurrenten – muss man die Düse für die verschiedenen Brennstoffe nicht austauschen. Das erspart Bastelei und Suchen nach der richtigen Düse in der Dunkelheit. Wirklich praktisch ist auch die regulierbare Flamme (wie auch beim Primus). Wie auch beim Primus-Kocher kann man die Benzinleitung leerbrennen lassen: durch Umdrehen der Brennstoffflasche kommt kein Benzin mehr nach. Nach rund drei Minuten geht der Kocher von alleine aus und der Druck aus der Flasche ist raus.

Er bring ein Gesamtgewicht von 746g für alles was man dabei haben muss (die Benzinflasche/Gaskartusche kommt da noch dazu) auf die Wage. Er ist damit deutlich schwerer als der MRS aber leichter als der Primus Omnifuel. Kocher und Pumpe selbst wiegen 474 Gramm. Das Restgewicht kommt durch Tasche, Zubehör und die Gebrauchsbibel. Das edle Buch in tausend Sprachen fällt mit fast 150 Gramm ins Gewicht. Im Vergleich – das Faltblatt der jeweiligen Sprache wiegt beim MSR zehn Gramm. Man braucht das Buch aber dummerweise beim Zerlegen und Zusammenbauen zumindest am Anfang und muss es damit immer herumschleppen. Buch zerlegen geht leider nicht.

Doch die Königsdisziplin des einer Camping-Kochers ist das kochen, nicht aus Aussehen. Nun denn…. Los geht’s!

Beim ersten Vorheizen und Anwerfen des Optimus Polaris funktioniert alles einwandfrei: Er brennt. Überrascht war ich aber doch über die Lautstärke des Kochers. Das Ding kann fauchen, so laut fauchen, dass – sind Menschen im Umkreis von 50 Metern – sie sich auf jeden Fall nach Dir umdrehen um zu schauen, was Du da so treibst. Letze Woche am See wollte ich aber gar nicht, dass Sie alle schauen, dass ich da treibe. Nach den Deutschen Waldgesetzen ist nämlich Feuer am See (auch mit Campingkochern) am See und Waldesrand verboten. Da wäre mir der fast geräuschlose „Whisperlite“ von MRS lieber gewesen.

Nach einer Weile in Betrieb fängt unser Optimus Polaris jedoch an zu hüsteln, ruckeln und in die Geräuschkulisse einer Dampflock zu verfallen. Dabei er kurze Aussetzer, als ob ihm die Luft wegbleibt, bis irgendwann die Flamme ganz ausbleibt und der Campingkocher aufhört zu kochen. Zickig beim Anwerfen kennt man von Benzinkochern, doch das im Betrieb ausgehen ist mir mit noch keinem passiert war neu für mich. Unser Exemplar geht einfach immer aus.

Das hat mich in Schottland fast zur Verzweiflung gebracht. Hätten wir nicht andere Kocher am Start gehabt, wären meine Kinder oft hungrig ins Bett gegangen. Ich habe ihn dann – das macht man bei den Benzin-Kochern so – ordentlich zerlegt, gereinigt und wieder zusammengesetzt (ist nicht ganz so easy bei dem Ding, weil er recht kompakt gebaut ist) und trotzdem wollte er nicht. Zurück in Deutschland am See geht wieder, doch heute Abend bei meinem Kochen-auf-Zeit-Test war er wieder krank und nach acht Minuten habe ich das Wasserkochen aufgegeben, danach ging er mal wieder aus. Es liegt auch nicht am Benzin – selbst ein Anschließen der Gasflasche kann den Patienten nicht aus seinem Koma herausholen.

Als ein Feature wird von Optimus die selbstreinigende Düse gepriesen: Selbst während das Kochens könnte man den beiliegenden Magnet an den Kocher halten und die Düse ist wieder sauber. Bei mir der Optimus Polaris beim Ranhalten des Magneten aus. Vielleicht könnte man das auch als Feature verkaufen – Kocher mit Magnetausschalter.

Fazit: Der Optimus Polaris Omnifuel wirkt auf den ersten Blick extrem gut verarbeitet, durchdacht – quasi schon Designpreisverdächtig. Unser Exemplar hat aber ständig Aussetzer, so dass ich diesen hübschen Kocher leider nicht empfehlen kann.

Mit einem Preis von ca. 150 Euro (ohne Flasche bei Globetrotter.de) liegt der hübsche Schwede übrigens im finanziellen Mittelfeld der Benzin-Gas-Kocher.

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Test: Primus OmniFuel (Gas- und Benzinkocher)

Test: Primus Omifuel (Gaskocher, Benzinkocher, Campingkocher)
Primus Omnifuel: So verliert man die Düsen nicht. Gut durchdacht! / Benzinkocher/Gaskocher (Campingkocher)

Der Primus OmniFuel lebt in einem riesigen, schwarzem Packsack. Hat man diesen aufgerollt und den silbern glänzenden Verschluss geöffnet ist man erstaunt, wie wenig Platz der kleine Kocher doch in seiner dunkeln, wahrscheinlich wasserdichten Höhle wirklich benötigt. Seine Höhle wiegt mit über 200 Gramm fast halb so viel wie Kocher und Pumpe (456g). In Komplettmontur, aber ohne Flasche, trägt man 852 Gramm umher.

Irgendwas müssen sich die Schweden aber bei dem Riesensack gedacht haben – immerhin bauen Sie seit 1892 solche Kocher und waren mit zusammen mit dem ersten Menschen am Süd und Nordpol. Der Name „Primus“ kommt nicht von ungefähr. Primus waren auch die ersten die für eine Mount-Everest-Expedition 1996 einen Kocher bauten, der Benzin UND Gas verbrennen kann. Was macht man mit dem Sack auf dem Mount-Everest? Leider war ich nie auf diesem Berg und kann deswegen nur mutmaßen.

Vielleicht könnte man ja einfach in die große Tasche die Brennstoffflasche mit reinstecken, wenn man eine kleinere erworben hat. Dann riechen die verschwitzten Abenteurerklamotten wenigstens nicht auch noch nach Benzin. Ich habe aber lieber immer größte Flasche dabei, die in dem Sack nicht genügend Platz findet.

Doch zurück zum Kocher. Er ist keine Optische Diva, wirkt aber, je länger man Ihn benutzt einfach gut durchdacht und stabil: Er steht stabil, die Flamme ist durch die Bauweise gut vor Wind und Wetter geschützt. Gefallen hat mir, dass die Düsen für die verschiedenen Brennstoffe gleich am Kocher zur Aufbewahrung verschraubt werden. So gehen sie nicht verloren und die Beschriftung welche Düse man für welchen Brennstoff benötigt ist auf dem Kocher verständlich eingraviert (beim MSR sucht man danach in der Gebrauchsanweisung – am Anfang dachte ich aber, es seien nur Ersatzdüsen bis ich irgendwann verstand, dass die andere Düse für Kerosin gebaut ist).

Auch beim Primus kann man durch umdrehen der Flasche die Benzinleitung leerbrennen lassen. Die Pumpe läßt sich extem einfach in die Benzin-Flasche einsetzen. Die Pumpe aus Metall und Plastik macht einen stabilen Eindruck. Die Flamme am Kocher lässt sich mit einem gut bedienbaren Ventil feinstufig regulieren. Ein wenig überrascht war ich aber, als mit beim Vorheizen das Benzin konstruktionsbedingt ins Gesicht spritzte.

Etwas schade finde ich, dass man die Düse beim Primus nicht mit Schütteln reinigen kann. Beim Primus muss man dazu die Deckenplatte abmontieren (ohne verbrannte Finger quasi unmöglich wenn der Kocher schon ein bisschen brannte) und mit einer kleinen Draht versuchen das weniger als nadelöhrgroße Loch im inneren des Kochers zu treffen. Die Amerikaner von MSR haben es vorgemacht, dass eine einfache Lösung das Problem beheben kann (und es wohl gleich patentiert).

So optisch unauffällig der metallisch graue Kocher daher kommt – akustisch ist er beeindruckend laut. Vor allem im Gasbetrieb voll aufgedreht kann er mit meinem Staubsauger locker übertönen. Staubsauger im Wald. Ich hatte wirklich Angst meine Mitbewohner aufzuwecken, als ich am späten Abend den Schnellkochtest in unsere Küche veranstaltete. Doch das Ergebnis war beeindruckend: er kochte von zwanzig auf hundert in nur einer Minute und 15 Sekunden den halben Liter Wasser im Gasbetrieb. Das ging so schnell, dass bei ersten mal glatt den Moment des Siedens beim ersten Test verpasst habe. Mit Benzin hatte er zuvor noch 3:15 Minuten gebraucht und bei 1:30min nahm ich immer erst bei allen den Deckel ab.

In Schottland ließ er mich am Anfang ein paar mal im Stich, doch wie jeder Benzinkocher möchte er hin und wieder ordentlich zerlegt werden – danach ist (meist) alles wieder fein.

Mit ca. 200 Euro (ohne Flasche bei Globetrotter.de) spielt der Primus Omnifuel eher in preislichen Oberliga mit und ist rund 50 Euro teurer als die Konkurrenz. Denn finde ich, kann man den Primus durchaus empfehlen. Er ist robust, vielseitig, meist zuverlässig, aber leider sehr zu laut.

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Daten und Fazit

MSR WhisperLight International Optimus Polaris Optifuel Primus OmniFuel
Gewicht: Kocher + Pumpe) 309 g (nachgewogen) 474 g (nachgewogen) 456 g (nachgewogen)
Gewicht: koplett 428 g (nachgewogen) 746 g (nachgewogen) 852 g(nachgewogen)
Läuft mit Petroleum, Benzin (Gas mit „Universal“) Benzin, Petroleum, Diesel, Kerosin Gas, Benzin, Petroleum, Diesel, Kerosin
Größe 130 x 90 x 100 mm 140 x 80 x 65 mm 142 x 88 x 66 mm
500ml Wasser kochen 2:57 min (Benzin) 8 min (Benzin) (offiziell 3-4 min) 3:15 min (Benzin) / 1:15min (Gas)
Negativ extrem leicht, extrem einfach zerlegbar, sehr leise, preiswert, Düse durch schütteln reinigen sehr gute Verarbeitung, alles Metall, regulierbare Flamme, Düse mit Magnet reinigen gute Verarbeitung
Negativ nicht regulierbar, Pumpe aus Plastik unzuverlässig, laut Düse kompliziert zu reinigen, laut
Regulierbare Flamme nein ja ja
Düsen reinigen einfach einfach kompliziert
Preis ohne Flasche 110 € (Globetrotter.de)
150 € für Universal mit Gasbetrieb (Globetrotter.de)
102 € für Universal mit Gas+Flasche (Funktionelles.de)
175 € (Globetrotter.de) 210 € Globetrotter.de
Verarbeitung / Material 7 Pkt. (0 – 10) 9 Pkt. (0 – 10) 8 Pkt. (0 – 10)
Zuverlässgkei 8 Pkt. (0 – 10) 1 Pkt. (0 –10) 2 Pkt. (0 – 10)
Preis – Leistung Sehr gut Mittel Gut

 

So, ich hoffe, ich habt viel Spaß mit dem richtigen Campingkocher. Bin auch gespannt über Eure Erfahrungen und Tipps. Wer sich noch unsicher ist, was er noch diesen Sommer alles einpacken soll – hier gibt es noch unser Camping und Outdoor-Packliste für Urlaub mit Kindern.


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One Comment

  • Stefan Oeknigk
    Posted Juni 27, 2016 at 11:34 | Permalink

    Hi Thomas,
    Du schreibst beim Optimus Polaris Optifuel er ist unzuverlaessig und dann 8 Punkte bei Zuverlaessigkeit?
    Hast Du Dich verschrieben?

    Reply

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